Unsere Ausbildungs- und Trainings-Methode

Lamas und Alpakas sind Distanztiere, die uns sehr neugierig beobachten, aber meist gerne einen aus ihrer Sicht sicheren Abstand zu uns halten. Nicht alle Tiere lassen sich gerne anfassen, festhalten oder streicheln. Wir respektieren dieses Distanzverhalten und erwarten diesen Respekt auch von unseren Hofgästen. Die Tiere signalisieren uns sehr deutlich, wieviel Nähe ihnen lieb ist, bzw. wieviel Distanz sie brauchen, um sich in unserer Gegenwart wohlzufühlen.

 

Um mit ihnen auf Tour gehen zu können, müssen wir sie natürlich daran gewöhnen entspannt mit uns zu arbeiten. Die gewaltfreie und auf Vertrauen basierende Methode des Handlings und der Ausbildung von Lamas und Alpakas haben wir 2017 in einem 3-tägigen Kurs mit der großartigen Marty McGee Bennett aus den USA gelernt. Marty ist das weibliche Gegenstück von Monty Roberts (dem Pferdeflüsterer) – nur eben für Neuweltkamele. Marty setzt sehr stark auf Körpersprache. Ihr Credo: nur wer lernt, wie ein Lama oder Alpaka zu denken, wird erfolgreich mit seinen Tieren kommunizieren. Die Art und Weise, wie sie selbst mit schwierigsten Tieren arbeitet, ist beeindruckend.

 

Die Camelidynamics© Intensiv-Ausbildung bei Marty hat uns wichtige Impulse für die Arbeit mit unseren Tieren gegeben. Dafür sind wir sehr dankbar. Vor allem hat uns Marty eins gelehrt: unsere Tiere sind unsere besten Lehrmeister. Die „Fehler“ machen immer wir – nicht die Tiere. Ihr Verhalten ist immer eine Reaktion auf unser Verhalten. Wer schon mal eine Tour mit uns gemacht hat, weiß um die Wahrheit dieser Aussage ;-).

 

Auch bei der Ausbildung unserer Jungtiere setzen wir auf die Unterstützung der Lama-Familie. Die Anwesenheit von Mama und älteren Geschwistern nimmt den Jungtieren die Angst und stärkt ihr Selbstvertrauen beim Erlernen neuer Aufgaben.

 

Das erste Halftern erfolgt spielerisch im Familienverband, die Eingewöhnung ans längere Tragen eines Halfters geschieht zwanglos während der Fütterungszeiten. Wir arbeiten gerne mit solchen positiven Markern und nutzen die Neugier und das Interesse am Lernen. Erste Gehversuche mit Halfter und Führleine erfolgen innerhalb des vertrauten Geländes, erste Ausflüge außerhalb des Hofes finden in Begleitung der Mama und älterer Geschwister des Jungtieres statt.

 

Erst, wenn die Neugier, die unbekannte Welt da draußen zu erobern groß genug ist, gehen wir auf längere Übungstouren.

 

In der Regel sind unsere Tiere mindestens 15 Monate, bis der erste Gast sie ausgebildet an die Hand bekommt.